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Johann Georg Hamann → Johann Christoph Ruprecht
1754–1756
ZH I, 220

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GeEhrtester Freund,

Ich bin eben mit dem Prideaux fertig geworden, den ich nebst den beiden
römischen Dichtern mit der grösten Erkenntlichkeit an Dero geEhrtesten Papa
besonders zurückschicke, zu deßen Genesung ich Hofnung mit Wünschen
verbinde. Wenn es mögl. ist: so werde Sie von neuen beschweren den
Schuckford sich für mich auszubitten unter der Bedingung ihn bald wiederzugeben. Soll
ich Sie heute nicht GeEhrtester Freund, bey mir erwarten? ich ersuche Sie
darum v bin nach ergebenstem Gruß v. Vermeldung eines guten Morgens
Ihr ergebenster Fr. v Diener.
Hamann.


Klein Friedrichshoff gehört zum Pfarrdienst v hat also noch se. alten
Besitzer. Ich thue Wiederruff.





Shuckford, The Sacred and Profane History
; H. nennt gegenüber J. G. Lindner den Titel schon Brief Nr. 72 (ZH I 182/23), April 1756.






Klein Friedrichshoff vll. heute: Kosobudy im Norden Polens (53°52′30″N 17°45′27″E)


Provenienz:
Druck ZH nach den unpublizierten Druckbogen von 1940. Original verschollen. Letzter bekannter Aufbewahrungsort: Staats- und Universitätsbibliothek Königsberg, Msc. 2552 [Roths Hamanniana], II 30.

Bisherige Drucke:
ZH I 220, Nr. 100.

Zusätze ZH:
Die Briefe [Nr. 85–102], meist kleine Zettel, stammen aus den Jahren 1754–56; einige ließen sich wohl genauer datieren und in die bisherigen einreihen, es erscheint jedoch angemessener, sie geschlossen zu bringen. Es sind meist kurze Nachrichten an Ruprecht, den jungen Pastor in Grünhof, Hamanns Nachbar.