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Johann Georg Hamann → Johann Gotthelf Lindner
Königsberg, 22. Juni 1759
ZH I, 348


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Königsberg. den 22. Jun: 1759.

Herzlich geliebter Freund,

Ich habe vorigen Dienstag Ihre Einlage nebst dem Gelde, das HE Wagner
gehoben, an Ihre liebe Mama richtig ausgezahlt, die recht verlegen deswegen
gewesen. Herr Beggerow ist endl. angekommen; durch Jakobi Predigten
werde künftig hin behutsamer seyn, unter deßen wird es Ihnen leicht seyn
sie dort anzubringen. Schlegel hat Clausnitzers heil. Reden über die Erhöhung
Christi mit einer Vorrede herausgegeben von den Vorzügen der christl.
Beredsamkeit für der heidnischen, die mir sehr von Trescho empfohlen wurden
als Muster der Kanzelberedsamkeit, worinnen aber unser Urtheil sehr
unterschieden. Ich ziehe des Cüstrinschen Archi-Diaconi (Gründler) Zeugniße der
Wahrheit in 10 Predigten vor. Forstmanns Schriften werden mir sehr
schätzbar seyn, den ich jetzt aus seinen erfreul. Nachrichten für die Sünder
kennen lerne, und der Name eines Herrenhuters, mit dem man ihn
gebrandmarkt, soll mich nicht irre machen die Wahrheiten dieses Mannes und seine
rührende Schreibart zu schmecken. Der bekannte Dichter Giseke hat 2
Predigten ausgegeben, die Kramers Beredsamkeit ausstechen, so eckel mir auch
die Zueignung an ihn vorgekommen, die mit der eiteln Vertraulichkeit eines
franzosischen Abbé geschrieben. Jesus als die eine wiedergefundene köstl.
Perle über das Evangel. am 1. Sonntage nach Epiphanias in der
Schloßkirche zu Berum von Adam Ludwich Giese, Hofprediger Copenhagen 1754.
Diese Perle in ihrer Mutter möchte ein Kenner gegen 9 Schnüre eines
nordischen Chrysostomus vertauschen. Tantum.
Lesen Sie denn gar keine Dichter mehr? werden Sie mir zulächeln. Ja,
liebster Freund. Ich lese sie nicht nur, sondern gehe jetzt auch mehr wie sonst
mit Poeten um. Von 7–10 heute mit HE. Trescho und von 10–12 Uhr mit
Lauson zugebracht. Der erste geht zu seinen Eltern mit nächsten, damit Sie
sich darnach zu richten wißen und wird es Ihnen selbst vor seiner Abreise
melden. Des letzten Reise nach dem warmen Bade wird ausgesetzt seyn wie
es scheint, und hat ein Pack gesammelter Schriften für Sie bey mir abgegeben.
Weil ich keine Gelegenheit zu freundschaftl. Gesängen habe; so räche ich
mich durch den Neid gute Gedichte zu verderben, wie beyliegendes
Blättchen davon eine Probe in sich hält – – Die Sehnsucht in der Freundschaft hat
mir so gefallen, daß ich gern die letzte Hand daran gelegt, bin mit der einen
Hälfte fertig geworden, und glaubte, zu der letzten und schwersten durch
einen ingenium casus, durch einen sinnreichen Zufall, den man sich öfters
nicht träumen läßet, aufgemuntert zu werden – jetzt möchte nichts daraus
werden.
Haben Sie die geraubte Europa von Moschus und eben dieselbe von
Nonnus. Ein Gedicht von 2 Bogen mit einer Vorrede, das man Bodmern
zuschreibt. Sie verdienen gelesen zu werden. Man könnte über diese 2 ungl.
Stücke ein ganz Colleg. der Poesie lesen und den Unterscheid des wahren,
natürl. und verdorbenen künstl. Geschmacks im ganzen und jeden Theil
derselben zeigen. Wenn ein Moschus mit so viel Anstand ein mythologisch
Mährchen zu erzählen weiß; woran liegt es doch, daß ein Wieland den geprüften
Abraham nicht mit eben der Sittsamkeit sondern so viele Ariostische episoden,
alcoranische und talmudische Zierrathen – die nichts als das Vorurtheil der
Mode, und den einmal angegebenen Ton rechtfertigen kann. Hat man da
Erdichtungen nöthig, wo die Geschichte reich genung ist; und soll man Dinge
nachahmen, die schon dadurch um ihre ganze Anmuth gekommen, weil sie
jedermann nachahmt, von denen sollte man sich entfernen, und seinen
Mustern entgegen arbeiten. Endlich, wenn man sich ohne Erdichtung nicht
behelfen kann; so sollte man doch den besten Gebrauch davon machen. Wozu
wird man Ismael zu so wiedersinnigen und unnatürl. Auftritten von ihm
gebraucht. Wozu wird der Charakter eines Spötters ihm mit so viel
Unverschämtheit geraubt und in ein Muster Helden kindl. v brüderl. Liebe
verdreht. Ich halte mich bey dem geprüften Abraham so weitläuftig auf, weil
es der Mühe lohnt einen solchen Verfaßer und ein solch Gedicht zu tadeln und
zu beurtheilen. Nichts als eine blinde Gefälligkeit gegen die herrschenden
Sitten unserer jetzigen Dichtkunst, oder eine durch die Gewohnheit erlangte
Fertigkeit, die unser Urtheil partheyisch macht, und unsere Sinnen bezaubert –
und der Trieb zu gähnen, weil wir andere gähnen sehen – können dergl.
Gaukeleyen so ansteckend machen, daß die besten Köpfe davon hingerißen
werden. Geben die Beywörter, welche den Parasiten gleich sich bey jedem
Hauptwort zu Gast bitten, nicht dem Ohr einen weit ärgerne monotonie, als
die man dem Geklapper der Reime zugeschrieben? Wird nicht die geistige
Maschinerie
gröber angebracht als das Spiel der Knechte bey den alten, und
des Scapins bey den neueren Römern?
Moschus führt uns in das Schlafzimmer der Europa und erzählt uns einen
Traum, den sie in der dritten Nachtwache hat, ein Schattenbild ihres
Schicksals, über das sie mit klopfendem Busen erwacht, darüber nachdenkt,
erstaunet, und den Olympier um eine glückliche Erfüllung deßelben anruft.
Hierauf geht sie ihre Gespielinnen aufzusuchen, deren jede mit ihrem
Körbchen erscheinen; sie gehen gemeinschaftlich in den Fluren am Ufer des Meers
Blumen zu lesen. Der Dichter mahlt hier en miniatur das Körbchen der
Europa, das wunderartig und prächtig gewesen, ein herrlich Werk des
Vulcans – – Sie kommen an die blumichten Ufer; jede hat ihren Liebling, den sie
pflückt; das fürstliche Kind steht in der Mitte bey dem Purpur der Rose. Da
erblickte sie Zevs – v wie schlug ihm das Herz, wie fühlte er die Pfeile der
Cypris – sie allein kann ihn besiegen. Aus Furcht für die eyfersüchtige Juno
und das zarte Gemüth des Mädchens durch List zu erobern

Leget er Jouem ab, und ward verwandelt zum Stiere,

doch nicht dem Stiere des Landmanns ähnlich, sondern mit gewißen Zeichen,
die der Dichter bestimmt, und die von solcher Art sind, daß Mädchen nicht durch
selbige scheu, sondern neugierig und lüstern gemacht werden. Er bleibt vor
der Europa stehen und leckt ihr den Hals mit sanften schweigenden
Schmeicheln; sie streichelt ihn oder nimmt vielmehr das Herz ihn anzufaßen und mit
freundlichen Händen ihm den Schaum vom Munde zu wischen und
giebt ihm kostbare Küße. Damals brüllt er so etwas holdes, daß man hätte
schwören sollen, eine helle mygdonische Flöte zu hören. Er legt sich vor ihre
Knie und giebt ihr umgewandt sanfte Blicke und zeigt ihr die Breite des
Rückens
. Europa schlägt ihren Gespielinnen einen Lustritt vor, und versichert
sie, daß er wie ein Schiff sie alle tragen würde

In ihm lebt ein Gemüth wie eines denkenden Menschen
Und ihm fehlt nur die Stimme.

Sie setzt sich lachend auf ihn, unterdeßen die andere ihr nachklettern wollen,
springt der Stier auf und eilt zum Ufer. Sie wendet sich um, sie ruft nach ihren
Schwestern, streckt die Hände nach ihnen. Umsonst, die Mädchen vermochten
nicht dem Flüchtigen nachzukommen. Er geht ins Waßer wie ein schneller
Delphin. Ein Trupp Nereiden um ihn herum; an der Stirn des Heeres
Neptunus der die Wellen sich legen heist und dem Bruder die Wege durch
sein Gebiet weiset – – ein getreuer Führer der seltsamen Fahrt. Europa hält
sich mit der rechten an eins seiner Hörner fest und zieht mit der andern besorgt
ihr Purpurgewand zusammen. Dieses ist ein schöner Zug, da die Liebe der
Kleider und des Putzes ein Mädchen nicht in der grösten Gefahr verläst und
ihr nicht die Aufmerksamkeit darauf entzieht; und wie ein schöner Geist
sich seines Witzes bey den dunkelsten Untersuchungen erinnert. Da sie kein
Land
mehr sieht, fängt Europa an mit ihrem Stier zu reden; druckt ihm ihre
Verwunderung darüber aus, daß er mit gespaltenen Füßen die See nicht
scheut? frägt ihn nach den Hafen, wo die Reise hingehen soll, wo er Futter
unterwegens bekommen wird. Vielleicht fliegst du in die blaue Luft, wenn es
dir einfällt. Erschrickt über ihre Gefahr und empfiehlt sich in den Schutz des
Neptuns, tröstet sich den Gott bald zu sehen, der die Fahrt mit ihr hält. An
diesen Gedanken hält sich ihr Glaube.

In Wahrheit, ich fahre
Ohne der Götter einen nicht über die waßerne Tiefe.
Hierauf antwortet ihr der Stier mit den silbernen Hörnern:
Mädchen! sey wohl getrost, und scheue die Wege des Meers nicht
Der dich führt ist Zevs und nur ein Stier der Gestalt nach
Denn ich kann die Gestalt annehmen, die mir je beliebet.
Mich vermocht nur die Liebe, die in die Brust mir geseßen,
Daß ich das hohe Meer in der fremden Bildung durchstreifte
Bald wird Creta in seinen Schoos dich nehmen, die Insel,
Die mich erzogen – –
Also sagt er, und was er sagte, ward alles erfüllet
Zevs vertauschte den Stier mit einer würdigern Bildung
Alsdann lößt er dem Mädchen den Gürtel auf und die Stunden
Decketen unter dem Gott das Brautbett ..


Wenn s Sie hiermit die Erzählung des Nonnus vergleichen, so hat diese
weder Anfang noch Ende. Er läßt einen achaischen Schiffer im vorüberschiffen
wunderseltsame Einfälle sagen, die mit den seinigen so überein kommen und
ein Stück ausmachen, daß man diesen achaischen Schiffer für den Verfaßer
des ganzen Gedichts halten sollte. Den Anfang macht er damit, daß er uns
auf das Gebrülle eines Ochsen aufmerken läßt, und zwar daß es ein
gehörnter Stier gewesen, daß aber Jupiter seine Zunge gebraucht um den
Schmerz der Liebe zu brüllen, und von dieser Zunge macht er uns die
Anmerkung, daß es nicht die ächte Zunge, ich weiß nicht, des Jupiters oder des
gehörnten Stiers gewesen. Auf dieser sitzt die Schöne, und sieht ihn mit
scheuen Augen an, warum nicht mit großen Kuhaugen? Sie hält sich mit
Schenkel und Hand an seinen Rippen fest. Aus diesen 4 Anfangszeilen
urtheilen Sie das Uebrige.
Ist eine der Entäußerungen, liebster Freund, zu denen Zevs die Liebe
gebracht, derjenigen gleich, die unsere Religion uns offenbart. Kunstgestalt –
ein Wurm und kein Mensch. – Ich weiß nicht wo ich im Hervey eine
Anmerkung über den Wohlstand der Gleichniße, die man auf Gott brauchen
darf, gefunden. Finden wir aber nicht im Hosea: Ich bin dem Ephraim eine
Motte und dem Hause Juda eine Made. Verwandelt er sich nicht öfters in
einen güldenen Regen um die Liebe eines Volkes und einer Seele zu
gewinnen. Ist seine Gerechtigkeit nicht eyfersüchtig über die Eingeweide seiner
Erbarmung und seiner Lust an den Menschenkindern. Und was für große
Entwürfe hat er nöthig gehabt um die erstere, daß ich so menschlich rede, zu
blenden – wie viel Bulerkünste braucht er um uns empfindlich zu machen und
treu zu erhalten. Muß er uns nicht entführen, muß er nicht öfters wieder
seinen Willen Gewalt brauchen – Sagen Sie mir, wie hat es den Heyden
einfallen können die Ehre ihres Olympus in das Gleichnis eines Ochsen, der
Graß ist, zu verwandeln? Kann ein Lügengeist in ein Haus, oder in ein Volk
eingehen, ohne von ihm geschickt zu werden? Steht der Wiedersacher, der das
Land durchzieht, nicht wie ein Engel des Licht oder wenigstens unter ihnen
vor seinem Thron. – Trift uns nicht alle das Lächerliche des bürgerl.
Edelmanns, der Prosa redete ohne es selbst zu wißen, wie Kaiphas göttl.
Rathschlüße. Wie oft bin ich in meinem Leben darüber erstaunt, daß Saul unter
den Propheten ist. Wenn man weiß wer ihr Vater ist, so hat man die
Auflösung dieses Räthsels. Jedes Phoenomenon des natürl. und bürgerl. Lebens,
jede Erscheinung der sichtbaren Welt ist nichts als eine Wand, hinter der e
Er steht, ein Fenster, wodurch e Er sieht, ein Gitter, wodurch e Er
guckt; e Er belauret so gut unsere Scherze wie der König der Philister –
Niemand als der Christ meynt und erhält das tägliche Brodt seines
Vaterunsers, das wahre, das überwesentliche, an deßen Buchstaben und
Schatten der irrdische Mensch sich satt ist. Er behilft sich mit der Uebersetzung
Luthers ohne seine Auslegung oder die Qvellsprache zu Hülfe zu nehmen.
Darf man sich eines so seltsamen Bulers schämen, und die Gefahr einer
so lächerl. Fahrt fürchten, wenn ein breiter Rücken uns fest sitzen läßt, wenn
er uns sein Horn – ist des Altars heiliger? anbiethet – wenn der Gott des
Meers dem Bruder und Freunde die Wege seines Gebietes weiset; ist Europa
so sicher als Petrus. Eine Gesellschaft von Geistern auf Seeroßen sitzend fuhr
um sie herum; und die krumme Hörner der Tritons bliesen Hochzeitlieder –
krumm wie die Tropen der Staatsredner, die nichts geradezu sagen, und den
Wind ihres geschwollenen Gesichts durch die Schnörkelgänge ihrer
Beredsamkeit mit starker Anmuth – –
Fragen Sie mich also nicht mehr, ob ich keine Dichter lese. – Das verlangte
habe im Buchladen bestellt. HE. B. ist vorige Woche angekommen. Ich habe
ihn weder den ersten noch zweyten Jahrmarktstag zu Hause finden können.
Mein Vater hat ihn begegnet, dem er versprochen uns zu besuchen; das will
ich also abwarten. Ich fand hier von ungefehr eine Uebersetzung eines
platonischen Gesprächs zwischen Sokrates und Alcibiades über die Menschliche
Natur; das ich ihm zu lesen gebracht, weil die jetzigen Conjuncturen darinn
sehr genau mitgenommen sind. Socrates wird ihm als einen abscheulichen
Sophisten vorkommen, der die Wahrheit zum Quodlibet macht, und sie alle
augenblick zu einer Autocheirie verführt, so wie Alcibiades die Rolle eines
Ideoten spielt.

– – wenn ein honichter Schlummer
Auf die Augbraunen sitzt – –

Denn wäre ist es freylich beßer Platonische Träume zu schreiben, als
Rechnungen zu machen. Man dankt aber heutzutage eher für eine Nimmse
Schnupftoback als für eine gute Zeile aus einem Dichter; und Leute, die
wißen, warum sie niesen, danken auch für den Seegen. Ich umarme Sie
und Ihre liebe Frau. Leben Sie wohl und denken Sie an Ihren Freund.


Einlage nicht überliefert


Beggerow nicht ermittelt, vgl. Brief Nr. 145 (ZH I 333/11)
Jacobi, Sammlung einiger geistlicher Reden
, Brief Nr. 143 (ZH I 325/12); die Besorgung war für Lindner wohl überflüssig.













Nikolaus Dietrich Giseke
wurde 1754 Nachfolger von
Johann Andreas Cramer
als Prediger in Quedlinburg.

franzosischen Abbé vll. Anspielung auf den Jesuiten Blaise Gisbert (1657–1731), der für die von Gottsched angestoßenen Reformbemühungen der Homiletik (und eines homiletischen guten Geschmacks) Pate stand, auch, weil er bereits die Redekunst des
Johannes Chrysostomus
aktualisiert hatte.



Schnüre vll. Anspielung auf
Cramer (Hg.), Johannes Chrysostomus Predigten
, die in 9 Teilen erschienen.

nordischen Anspielung auf
Cramer (Hg.), Der Nordische Aufseher


















2 ungl. Bodmer hatte die »Europa«-Stücke von
Moschus
und
Nonnos
zusammengebracht, um im Vergleich ein Stilideal der Einfachheit (bei Moschus) gegenüber dem Unmäßigen (bei Nonnos) zu favorisieren.























Parasiten Figur in antiken Komödien, etwa bei Plautus, bspw. ein die Protagonisten umkreisender Schmeichler; auch im 18. Jhd. noch gebräuchlich.




Scapins Komische Dienerfigur aus der italienischen Commedia dell’arte; Molière hat mit Les fourberies de Scapin ein ganzes Stück für diese Figur konzipiert, Zeitgenossen hielten das für eines seiner schwächsten Stücke. Eine typische Wertung dieser Tradition ist etwa bei Gottfried Ephraim Müller zu lesen (historisch-critische Einleitung zu nöthiger Kenntniß und nützlichem Gebrauche der alten lateinischen Schriftsteller [1. Tl., Dresden 1747], S. 260]: »Denn in denselben [Burlesqven der Italiener] sind Arlequino, Pantalone, Dottore, Scapin, u.s.w. nichts anders, als halbe Mimi, die mehr durch lächerliche Geberden und Bewegungen, als durch einen sinnreichen Scherz, die Zuschauer zum Lachen zu bewegen suchen.«















17–28 Paraphrase von
Bodmer (Übers.), Die geraubte Europa
, S. 10, Unterstrichenes ist wörtlich zitiert.














29–351/6 Paraphrase von
Bodmer (Übers.), Die geraubte Europa
, S. 11
















8–27 Paraphrase/Zitat von
Bodmer (Übers.), Die geraubte Europa
, S. 12 bis Ende S. 13 (ohne die letzten zwei Verse)











führt orig.: fyhret


























Wurm Ps 22,7


Hosea Hos 5,12


Zeus verwandelt sich in goldenen Regen, um Danaë zu erreichen, die Tochter Akrisios’, König von Argos, der sie in einem Verlies versteckt hielt (bspw. erwähnt in
Ov. met.
4,611ff.).

Eingeweide griech. σπλαγχνα οικτιρμου: Eingeweide des Erbarmens, bei Luther übers. als herzliches Erbarmen, Kol 3,12, Lk 1,78, 2 Kor 7,15







Lügengeist 1 Kön 22,22, 2 Chr 18,21

Wiedersacher Hi 1,6f., 2 Kor 11,14


bürgerl. Edelmans Molière:, Le bourgeois gentilhomme, 2. Akt, 4. Auftritt, vgl. Brief Nr. 153 (ZH I 379/1) und
Hamann, Kreuzzüge des Philologen
, Aesthaetica, N II S. 213/21, ED S. 208

Kaiphas Joh 11,49ff.


Vater Joh 14,8






überwesentliche Für die Übers. von griech. τον επιουσιον – etwa in Mt 6,11 und auch für das Vaterunser – mit ›täglich‹, ›auserwählt‹ oder ›überwesentlich‹; bspw. in Luthers Auslegung deutsch des Vaterunsers vor die einfältigen Laien (WA 2, 109)







Geistern
Bodmer (Übers.), Die geraubte Europa
, S. 11: »Nereiden«
Petrus Mt 14,28ff.










Platos lehrreiches Gespräch von der menschlichen Natur
, enthält den ersten pseudo-platonischen Alkibiades-Dialog.

ihm
Johann Christoph Berens
;
Immanuel Kant
wird ebenso ein Exemplar bekommen, Brief Nr. 170 (ZH I 451/16).
Conjuncturen Verhältnisse


Quodlibet Beliebigkeit

Autocheirie selbst Hand anlegen, manipulieren, auch Bez. für Selbstmord



Bodmer (Übers.), Die geraubte Europa
, S. 7, V. 3f.: »Schon war Aurora nahe, wann izt ein honigter Schlummer / Auf die augbrauen sitzt, die glieder von fesseln entbindet«




Nimmse ostpreußisch: Prise


niesen, danken ... In
Plut. mor.
VII,46 (De genio Socratis) wird die Bedeutung des Niesens als Vorzeichen bedacht – ein zufälliges Niesen könne dazu führen, dass man etwas unterlässt, wozu man eben noch entschlossen war. Das Leben des Sokrates war, so weiter, aber gerade nicht von solchen Zufälligkeiten bestimmt, sondern folgte festen Entschlüssen. Das Niesen könne höchstens als ein Zeichen begriffen werden, für das es aber einen Verursacher gebe – welchen Sokrates ›Genius‹ genannt habe. Die Zeichen zu lesen, sei die Kunst, die Sokrates lehre. Dass der ›Daimonion‹ Zeichen gebe und nicht etwa das Zukünftige vorhersage, ist auch Xenophons Verteidigung des Sokrates vor der Anklage, er habe neue Götter eingeführt (
Xen. mem.
2–4).


Provenienz:
Druck ZH nach den unpublizierten Druckbogen von 1940. Original verschollen. Letzter bekannter Aufbewahrungsort: Staats- und Universitätsbibliothek Königsberg, Msc. 2552 [Roths Hamanniana], I 2 (38).

Bisherige Drucke:
Friedrich Roth (Hg.): Hamann’s Schriften. 8 Bde. Berlin, Leipzig 1821–1843, I 399–402.
ZH I 348–353, Nr. 148.

Textkritische Anmerkungen:
Der Brieftext wurde anhand der überlieferten Quellen (vgl. Provinienz) kritisch geprüft. Notwendige Korrekturen gegenüber dem in ZH gedruckten Text wurden vorgenommen und sind vollständig annotiert. Die in den beiden Auflagen von ZH angehängten Korrekturvorschläge werden vollständig aufgelistet, werden aber nur dann im Text realisiert, sofern diese anhand überlieferter Quellen verifiziert werden konnten.
351/37 Auf dieser
Korrekturvorschlag ZH 1. Aufl. (1955): lies diesem  Korrekturvorschlag ZH 2. Aufl. (1988): Auf diesem
352/20 des Licht
Korrekturvorschlag ZH 1. Aufl. (1955): lies Lichts  Korrekturvorschlag ZH 2. Aufl. (1988): des Lichts
352/5 offenbart. Kunstgestalt –
Korrekturvorschlag ZH 2. Aufl. (1988): offenbart. Knechtsgestalt – conj.