206
Königsberg, 5. Mai 1761   ZH II 82   Orig    geprüft    Komm  
Johann Georg Hamann  →  Johann Gotthelf Lindner
S. 82 / 25




30




S. 83



5




10




15




20




25




30




35


S. 84



5




10




15




20




25




30




35


S. 85



5




10




15




20




25




30




35


S. 86



5




10




15




20




25




30




35


S. 87



5




10




15




20




25




30




35


S. 88



5




10




15




20




25




30



Königsberg den 5. May 1761.

Geliebtester Freund,
Wir werden noch ein Jahr zusammen leben. Sie schreiben mir um einen
Alkoran, und ich hatte Ihnen schon einen zugedacht. Sale seinen, nämlich, den
Arnold aus dem Engl. übersetzt. Sie werden in demselben eine sehr
weitläuftige Einleitung finden, die für mich sehr unterhaltend gewesen, und starke
Noten zum Text. Unserer neuen Dichter wegen, hatte ich Ihnen dies Buch
zugedacht; gesetzt daß auch sonst nichts darinn wäre, das einen Gelehrten
reitzen könnte. Daß Hinckelmann eine lateinische Uebersetzung ausgegeben
weiß nicht, den Grundtext aber, und diesen hab ich schon den Anfang gemacht
vorzunehmen; auch schon versucht in Golii Lexico aufschlagen zu lernen. Ich
bin sehr glücklich, daß ich alles Geräth, was ich nöthig habe, auf einen Pfiff
erhalten kann. Der Besitz davon wäre hiesiges Orts unmöglich, sehr kostbar,
mir überlästiger als das nützlichere Leyhen, das uns den Gebrauch einer
Sache mehr empfiehlt und denselben zugleich befördert.
Hinckelmanns Vorrede zum arabischen Alkorann hat mich ganz begeistert,
und ich habe fast Lust bekommen als Untercopist mit einem Abgesandten nach
die Türkey zu gehen, ehe ich vierzig Jahr alt würde. Komt Zeit, komt Rath.
Können Sie mir wohl einige Nachricht vom Johanne Eliberitano geben, der
mit den Moren verjagt, aus Spanien nach Afrika gieng, zu Fetz fleißig war
und darauf einige Jahre durch Asien und Afrika wanderte; auf seiner
Rückreise zu den Seinigen nach Mauritanien aber nahe der Insel Lotophagite
gefangen und dem Pabst Leo X übergeben wurde, und zwey Kardinäle, den
Aegidius Viterbiensis, und Hyeron Seripandum; auch den Justinianum
Nebiensem
zu Schülern bekam. Dieser Johannes soll der erste Lehrmeister des
Arabischen in Europa gewesen seyn; steht aber nicht in der alten Ausgabe des
gelehrten Lexici? Ob in der neueren die Sie haben? Daß sehr viele
Liebhaber dieser Sprache irrende Ritter geworden ihr zu Gefallen, zeigt der
Lebenslauf der berühmtesten Gelehrten in diesem Studio.
Zum Alkorann des Sale habe noch La Combe mit Joachims
Anmerkungen
als die nützlichste Uebersetzung dieser kleinen Schrift beygelegt, in der
Voraussetzung daß Sie solche noch nicht haben, und dort viel Liebhaber finden
möchte. Selbst habe es nicht gelesen. So viel geht mich an in Ansehung des
künftigen, was Sie aus dem Buchladen erhalten werden.
NB. Ich werde zugleich besorgen daß einige Defect Bogen aus dem
Schauplatz der Natur für den jungen Pastor Rupr. Ihrem Pack beygelegt werden,
damit er sie desto sicherer und geschwinder erhält. Sie thäten mir einen
Gefallen, wann Sie dies Selbst bestellen möchten, so bald Sie für
nöthig finden hier zu schreiben, daß Sie
, Liebster Freund! die Defect
Bogen
für den Pastor Ruprecht dort erwarten, und an ihn besorgen würden,
als wenn der Pastor Rup. Sie selbst darum gebeten hätte. Denn was
ein Freund für den andern thut kann man immer verwechseln, wie der
Verfaßer der Wolken Elisa Diener mit dem HErrn selbst.
Mein Kaltsinn gegen Wagner geht Ihre Angelegenheiten im geringsten
nicht an. Es wird mir allemal lieber seyn, wenn Sie unter meinem Couvert
an ihn schreiben wollen, als vice versa.
Haben Sie schon das Theater des Diderots. Ich habe meinen ganzen
Nachmittag gestern an diesem Buch verschwendet, ohne mir es gereuen zu laßen,
besonders da mir der zweyte Theil noch ganz fremde gewesen. Die
Abhandlung an HE Grimm kann sehr nützlich seyn für einen Schriftsteller, der in der
dramatischen Dichtkunst arbeiten will. Man muß das Theater kennen, man
muß es verbessern, wenn ein ehrlicher Mann dafür arbeiten will. „Wehe
jedem, der sich beschäftigt, wenn seine Arbeiten nicht die Qvelle seiner
süßesten Augenblicke ist, wenn er sich nicht mit dem Beyfall Weniger befriedigen
kann!“ Diderot kennt Regeln, so gut als der beste Schulmeister sie verstehen
und mittheilen kann; aber dieser Philosoph sagt wie ein halber Mystiker,
daß dasjenige, was unds führen und erleichtern muß, nicht Regeln sind,
sondern ein Etwas, das weit unmittelbarer, weit inniger, weit dunkeler
und weit gewißer ist. Was für ein Galimathias in dem Mund eines
Weltweisen wie Diderot ist. Der kleine Roman des idealischen Menschen, den Ariston
von seinem 40 biß zum 55 Jahr die Zeit in seiner Einsamkeit so angenehm
vertrieben ist ein kleiner Theaterstreich um den Vorhang seiner Abhandlung fallen
zu laßen. Der Hausvater hat mich in einigen Stellen sehr erweicht und
gerührt.
Was Leßing von den Fabeln und Diderot vom Drama geschrieben, kann
demjenigen sehr zustatten kommen, der die Qvellen der Poesie und der
Erdichtung weiter entdecken will als diese beyde Schriftsteller sie haben
nachspüren können; weil sie das Irrlicht einer falschen Philosophie zur
Wegweiserinn gehabt. Um das Urkundliche der Natur zu treffen, sind Römer und
Griechen durchlöcherte Brunnen. Von der FarbenTheorie eines Newtons ist
noch eine große Kluft biß zur Lehre vom Licht. Meynungen sind bloß vehicula
der Wahrheit, und nicht die Wahrheit selbst. Von dieser philosophischen
Abgötterey
unser Jahrhundert zu überführen, ist unmöglich; kein Wunder, wenn
die Aarons und die Hohenpriester des Publici selbst Götzendiener sind.
Unter allen Leidenschaften sind diejenigen, sagt Diderot, die man sich am
leichtesten zu haben stellen kann, auch die leichtesten zu schildern. Die
Grosmuth, (diese Leyer der Moralisten) verträgt überall etwas Erlogenes und
Uebertriebenes. Ihr kennt die Tugend nicht, oder was ihr Grosmuth nennt und
dafür gescholten wird, muß selbst eine Lügen seyn. Eine neue Moral, ein neu
Sittengesetz, würde also unsern Geschmack, unsere Bühne, unsere Sitten bald
ändern, – hiezu gehört aber eine göttliche Gedult und ein Göttlich
Ansehen
.
Wie gefällt Ihnen dies Gleichnis des Diderots? Die von der
dramatischen Dichtkunst geschrieben haben, gleichen einem Menschen, der auf ein
Mittel sönne, wie er eine ganze Familie in Unruhe stürzen könne, diese Mittel
nicht nach der Unruhe selbst, sondern nach dem abwägen wollte, was die
Nachbarn davon sagen würden
. O kümmert euch nicht, fährt Diderot fort,
um die Nachbarn; „peinigt nur eure Personen recht, und seyd versichert, daß
diese keinen Verdruß haben werden, an dem nicht jene Antheil nehmen.“ Ich
möchte wißen, wie diese Stelle im französischen lautete. Der Autor ist ein gar
zu großer Verehrer des Racine und hat gar zu starke Empfindungen der
Menschlichkeit, als daß man ihm das kalte Blut zutrauen sollte, die Personen
seiner Schauspiele recht peinigen zu können, oder dies Talent dramatischen
Schriftstellern im Ernst zu empfehlen, denen an ihrer Kunst mehr gelegen
als an ihrem guten Namen, und den Urtheilen in der Nachbarschaft.
Den grösten Prüfungen der Selbstverleugnung ist wohl ein Autor, (im
weitläufigsten Verstande) ausgesetzt. Gehört nicht eine große
Selbstverleugnung dazu ein Stück zu liefern, das durch so feine Empfindungen, durch so
flüchtige Gedanken
, durch so schnelle Bewegungen der Seele, durch so
unmerkliche Beziehungen
verbunden ist, daß es ganz ohne Verbindung
und besonders für diejenige ohne Verbindung zu seyn scheint, die nicht dazu
gemacht sind, in den nemlichen Umständen das Nehmliche zu empfinden.
Seine Arbeit ist für 99 Leser verloren; durch für diesen Verlust aber wird
er durch den Gewinn des hundersten getröstet. Was für eine Blindheit gehört
dazu 99 gegen 1 aufzuopfern; ganze Heerden, Schaaren und Völker in der
Irre zu laßen, um mich gegen Indiuidua verdient zu machen. Da heist es wohl
recht: Sapere aude!
Weil Diderot ein Mann von Talenten, und vermuthlich auch von
Erfahrungen ist, so bin ich heute ein so weitläuftiger Abschreiber gewesen, um dem
Verdruß und dem Vergnügen, daß ich bey Lesung seiner Abhandl. reichlich
genoßen, ein wenig Luft zu machen.
Es fällt mir aber liebster Freund ein, daß diejenigen nicht so einfältig
handeln, die für wenige als die so für viel schreiben; weil es das einzige Mittel
ist die Vielen
zu gewinnen, wenn man die Wenigen erst auf seine Seite hat;
so wie auch derjenige Beyfall, zu dem man Zeit und Arbeit, Geschick und
Klugheit nöthig gehabt, ein längeres Leben mehrentheils hat verspricht als
der Ephemeriden ihrer, von dem es oft heist: So gekwommnnen; so
zerronnen. Die gröste Sparsamkeit und Wirtschaft kann ein Kapital des Glücks
allein erhalten. Die Furcht Isaaks ist der Seegen, den ich mir als Autor
wünschen möchte, wenn es mein Beruf seyn sollte einer einmal zu werden.
Ich danke Ihnen, Liebster Freund, für die Hofnung, die Sie mir machen zu
meinen verlornen Blättern. Das Bureau ist das Schaff mit Glas; das
mittelste ist eigentl. was ich das Schreibefach genannt haben sollte. Da muß es
liegen. Jetzt werden Sie mich verstehen. George B‥ ist der beste Kanal, den
Sie wählen können. Grüßen Sie ihn bey Gelegenheit zugl. herzlich von mir,
und ersuchen ihn, daß er mich nicht vergeßen soll. Er soll sich um nichts als
seinen Handel bekümmern; für Wißenschaft würde ich so sorgen, daß ich ihm
zeitig genung so viel überlaßen könnte, als er Lust und nöthig hat. Von der
Stelle, die Sie sich erinnern, ist keine Spur mehr in meinem Gedächtnis; weil
mir die ganze Wendung meiner Gedanken über diesen Gegenstand verflogen.
Ich erwarte desto mehr von der Erneurung derselben.
Am heil. Abend vor Himmelfarth schickte Prof. Teske zu mir und ließ mich
zu sich bitten. Ich ließ mich entschuldigen, weil ich mit der Post zu thun hatte,
und nach Kurland schrieb. Freytags ließ mich frühe anmelden, wo man sich
meinen Besuch gleich gefallen ließ, zu dem ich schon fertig war. Ich wurde
sehr höflich, außerordentl. gütig aufgenommen. Man that einen kleinen
Antrag an mich, ob ich Lust hatte zween junge HE. auszuführen. Weil man aber
eine Fertigkeit im franz. in mir zum voraus setzte, so hob diese Bedingung
gleich eine weitere nähere Erklärung über diese Sache auf. Man redte mir
Wunder von dem Hause vor, die mir lächerlich waren, und meine Neugierde
unterdrückten, an statt solche zu reitzen. Aus dem ganzen Schwunge des
Vortrages leuchteten Nebenabsichten hervor, daß man mich kennen wollte, und
daß man an mir denken wolle, wenn ich Lust hätte. Das Gespräch fiel auch
unerwartet auf die Religion, wo ich die zehn Gebote und Luthers
Katechismum recht sehr anprieß. Ich war munterer als gewöhnlich, und schien einige
beßere Eindrücke von mir zurück zu laßen, weil man mir auf der Treppe noch
nachrief: Seyn Sie mein Freund. Und so hatte die Komedie ein Ende, und
gieng mit meiner Rolle recht sehr zufrieden weg, weil ich mit andern
Ahndungen hingegangen war, und meine Ruhe öfters darüber verliere, daß ich sie
allzu sehr liebe.
Dergl. kleine Auftritte sind mir sehr angenehm und so unbeträchtlich sie
aussehen, so sehr interessiren Sie mich, weil eine Einbildungskraft, die eine
gute Kupplerinn ist, aus der Verbindung solcher zufälligen Kleinigkeiten
glückliche Wirkungen hervorzubringen sucht. Nichts geschieht umsonst;
hingegen alles muß zu unserm Besten dienen. Zwey Grundsätze die fruchtbarer
sind als das Princip. Contradict. und rat. suffic. für einen Menschen, der auf
der Welt leben und denken soll, weil er Leib und Seele dazu bekommen hat.
Vielleicht künftig mehr von Neuigkeiten.
Um Treschos Autorschaft bekümmere mich nichts. Die Zuschrift einer
Osterpredigt von seinem Busenfreunde ist ein eigen Zwitterding von
zärtlichen Gefühl. Man hat mir gesagt, daß seine Versuche im Denken und
Empf. Ihnen, liebster Freund, Krick. und Bor. zugeeignet. Das
assortissement wäre nicht anständig. Doch wählen und urtheilen ist ein ander Ding
als Denken und Empfinden. Daher ist es mir lieb in keiner andern als
solchen Verbindung mit dergl. schönen Geistern zu stehen, als wo ich
Ihnen so nah kommen darf als nöthig und ich sie von mir so entfernt
halten kann, als ich will.
Wolson war eben hier seines Bartes wegen und hat mir einen Gruß
aufgetragen. Mehr weiß nichts von ihm weil ich seit langer Zeit keinen Umgang
mit ihm gehabt.
Da ich Ihnen GeEhrtester Freund, von meinen Arbeiten Schritt vor Schritt
Rechenschaft gebe; so erfordert es das Recht der Wiedervergeltung mich auch
an den Ihrigen Antheil nehmen zu laßen. Sie beurtheilen mich schlecht, wenn
Sie mir keinen Geschmack an Schularbeiten zutraun, da ich den Werth
derselben mehr als die gelehrtesten Abhandlungen schätze. Jene nützlicher zu
machen, Geist Leben und Farben ihnen zu geben ist auch mein Wunsch und
würde das Ziel meines Ehrgeitzes seyn. Sie wären Meister von Ihrer Bühne
und es käme auf Sie an durch Ihre Kinderspiele den Geschmack größerer
Theater zu verbeßern. Sobald Sie dieser Bestimmung Genüge thun werden;
erlaub ich es Ihnen, liebster Freund, Ihre Schularbeiten dem Urtheil jener
berühmten Gesellschaft nicht nur zu unterwerfen, sondern auch Trotz zu
biethen. Anders aber nicht. Kann ich es als ein Patriot verschmerzen, daß einer
meiner nächsten Freunde eine der grösten Zünfte in Deutschland so schnöde
hintergehen und zum Ceremonielschmause nichts als aufgewärmten Kohl
auftischen will. Que faire? fragen Sie mich. Wo nichts ist, da hat der Kayser
sein Recht verloren. Würde nicht ihr Amt Ihnen ein Testimonium paupertatis
gern unterschreiben. Armuth vergiebt man; aber der Bettelstoltz ist eine Sünde
gegen den Staat, worinn kein Kamerad dem andern den Rücken halten muß.
Arm ist er nicht, meine Herren! aber faul ist er. Sein Hercules in bivio ist
eine Fabel, die er auf sich selbst dichtet. Seine Declamation gegen die
Faulheit wird nichts als eine Gegenceremonie seyn, die er seinen Schülern
auslernen wird. Ich sehe die Ruthe mit Flittergold im Geist, die für dies
Ungeheuer fertig liegt, das durch ihr Schmackostern noch mehr in seinem
Muthwillen gestärkt werden wird. Lachen Sie nicht, wenn ich meine Herren!
vermöge einer Ideenaßociation, an jene Stutzer denke, die ihren knotichten
Stäben die Allmacht jener Keule zutrauen, von der man so grobe Lügen gedichtet,
daß man sie mit Händen greifen kann.
Soll man Riesenhelden Kindern zum Muster machen? Das thut kein
Christian, der schlecht und recht ist und für die Einfältigen schreibt. Herkules
weiser Muth in bivio war der erste Schritt, der ihm den Weg in die Wolken
eröfnete. Alle seine übrige Ebentheuer waren nichts als natürl. Corollaria dieses
kindischen Anfanges. Soll man aber Kinder in die Wolken führen? Wenn es
Herkules geglückt hat: so geht nach Kinder! Beßer in die Wolken, als in eine
Grube wo kein Waßer ist – –
Wo war ich? Auf der Bühne der Alten, da man Masken und Sprachröhre
nöthig hatte, die unsere wohl entbehren können. Vergeben Sie mir diese kleine
Episode, wenn Sie aufgeräumt sind. Einem Kenner ist ein roher Diamant
schätzbarer als ein geschliffener böhmischer Stein. Mein freundschaftlicher
Rath wäre also, liebster Freund, noch Gedult zu haben, nicht zu eilen, auf
fruchtbare Augenblicke zu warten, die nicht ausbleiben werden. Es würde mir
lieb seyn, wenn wir uns ein wenig über die Schulbücher noch unterhalten
können. Der erste Einfall dazu wird mir gelegen seyn – –
Ich habe über einen Monath an einem Schnupfen gearbeitet, der mir
bisweilen den Kopf spalten will; sonst befinde mich leidlich, und gewinne
vielleicht dadurch an meiner übrigen Gesundheit.
Ihr jüngster HE Bruder aus Kurl. hat mir geschrieben. Die gute
Gelegenheit gab mir den Vortheil an die Hand seinen Brief mit der ersten Post zu
beantworten. Ich habe meine Schreibart so eben als mögl. zu machen gesucht
und eine einfältige Specification meines Tagewerkes ihm mitgetheilt. Nehmen
Sie seiner ein wenig wahr – – – und behalten Sie diese Vertraulichkeit eines
guten Freunds vor sich. Gott gebe Ihnen Glück und Segen zu allen Ihren
Arbeiten, laße alles zu Seiner Ehre und zum wahren Nutzen des Nächsten
gedeyhen. Erst muß das Korn verfaulen, ehe es fruchtbar werden soll. Lästern
Sie meine Parrhesie nicht; sondern laßen sich zu einer gleichen gegen meine
Thorheiten aufmuntern. Ihren Wink in Ansehung der GeEhrten Mama werde
zu Nutze machen. Komt Zeit, komt Rath. Mein Vater grüst Sie herzl. Ich
umarme Sie und Ihre liebe Hälfte, und ersterbe Ihr treuer Freund
Hamann.


















Johanne Eliberitano
Johannes Eliberitanus

Moren verjagt Mit der Eroberung Granadas 1492 durch die Reconquista wurden die letzten Mauren aus Spanien vertrieben.


Lotophagite Isle de Gerbes, Insel bei Sirte in Tunesien.

Leo X Giovanni de’ Medici. Ab 1513 Papst (1475–1521)

Aegidius Viterbiensis Aegidius Viterbiensis (1469–1532), Bischof von Viterbo
Hyeron Seripandum Girolamo Seripano (1493–1563), Erzbischof von Salerno
Justitianum Nebiensem Augustino Nebiense Justiniani (Pantaleon Giustiani) (1470–1536), Bischof von Nebbio



gelehrten Lexici vmtl. besaß H. die zweibändige Ausg. (1733) von
Jöcher, Allgemeines Gelehrten-Lexicon








Defect Bogen mangelhaftes Exemplar








wie der Verfaßer der Wolken …
Hamann, Wolken
, N II S. 105,3–6, ED S. 59







Abhandlung an HE Grimm »Von der dramatischen Dichtkunst. An meinen Freund Herrn Grimm«, in
Diderot, Das Theater des Herrn Diderot
, Tl. 2, S. 231–480


„Wehe jedem …“ Ebd., S. 233







Galimathias unverständliches, verworrenes Gerede
Ariston Ebd., S. 470–480






Leßing von den Fabeln
Lessing, Fabeln
, vgl. HKB 180 ( II 17/21 )





durchlöcherte Brunnen
Hamann, Aesthaetica in nuce
, N II, S. 209,18, ED S. 198
Newtons
Isaac Newton




Aarons Verfertiger des goldenen Kalbs, 2 Mo 32

sagt Diderot
Diderot, Das Theater des Herrn Diderot
, S. 401: »Unter den Leidenschaften sind diejenigen, die man sich am leichtesten zu haben stellen kann, auch die leichtesten zu schildern. Dahin gehöret die Großmuth; die überall etwas Erlogenes und Uebertriebenes verträgt.«








Gleichnis des Diderots Ebd., S. 339: »Die von der dramatischen Dichtkunst geschrieben haben, gleichen einem Menschen, der indem er auf Mittel sänne, wie er eine ganze Familie in Unruhe stürzen könne, diese Mittel nicht nach dieser Unruhe selbst, sondern nach dem abwägen wollte, was die Nachbarn davon sagen würden. O kümmert euch doch nicht um die Nachbaren; peiniget nur eure Personen recht, und seyd versichert, daß diese keinen Verdruß haben werden, an dem jene nicht Antheil nehmen!«







diese Stelle im französischen
Diderot, Le Pere de Famille
, S. 83f.: »Eh laissez-là les voisins; tourmentez vos personnages, & soyez sûr que ceux-ci n’éprouveront aucune peine que les autres ne partagent.«

Racine
Jean-Baptiste Racine
, vgl. bspw.
Diderot, Das Theater des Herrn Diderot
, S. 402: »Wie man mit vieler Arbeit eine Scene machen kann, wie sie Corneille gemacht hat, ohne selbst ein Corneille zu seyn, das kann ich begreiffen: aber nie habe ich es begreiffen können, wie man eine Racinische Scene machen kann, ohne selbst ein Racine zu seyn.«
















Sapere aude! Hor. epist. I,2,40 f.: »Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!«










Ephemeriden schnell wechselnde Konstellationen von Himmelskörpern


Furcht Isaaks 1 Mo 31,42



verlornen Blättern vgl. HKB 204 ( II 78/15 )
Schaff Gestell


George B..
George Bassa








vor Himmelfarth Donnerstag, 29. April























zu unserm Besten dienen Röm 8,28

Princip. Contradict. und rat. suffic. Grundlagen der formalen Logik: Princip.[ium] Contradict.[ones] = Satz vom Widerspruch; rat.[io] suffic.[iens] = Satz vom zureichenden Grund



Treschos Autorschaft
Sebastian Friedrich Trescho

Osterpredigt nicht ermittelt



assortissement Zusammenstellung























Testimonium paupertatis Bescheinigung über Mittellosigkeit



Hercules in bivio dt. Herkules am Scheidewege, ein Stück aus
Lindner, Schulhandlungen oder Redeübungen
. Herakles muss sich zwischen einem mühelosen, aber moralisch verwerflichen und einem beschwerlichen, aber tugendhaften Lebensweg entscheiden.




Schmackostern Osterbrauch, bei dem sich junge Männer und Frauen gegenseitig mit Weidenruten schlagen.






Christian Christian Folgsam aus Lindners einleitender Geschichte in
Lindner, Albert
; vgl. HKB 204 ( II 80/22 )

Wolken Herkules wurde in seiner Todesstunde von einer sich herabsenkenden Wolke in den Himmel aufgenommen.

Corollaria Folgesätze







böhmischer Stein Quarz








Bruder
Gottlob Immanuel Lindner
, Brief nicht ermittelt







Erst muß das Korn … Joh 12,24

Parrhesie griech. παρρησία, Offenbarkeit, Wahrsprechen, Freimütigkeit



liebe Hälfte Marianne Lindner


Provenienz
Druck ZH nach den unpublizierten Druckbogen von 1940. Original verschollen. Letzter bekannter Aufbewahrungsort: Staats- und Universitätsbibliothek Königsberg, Msc. 2552 [Roths Hamanniana], I 2 (68).

Bisherige Drucke
Friedrich Roth (Hg.): Hamann’s Schriften. 8 Bde. Berlin, Leipzig 1821–1843, III 80–88.
ZH II 82–88, Nr. 206.

Zusätze ZH
HKB 206 (88/33): Lindner: Parenthyrsus Kollers nicht Gallsucht nicht
Verachtung. Windbeuteley. Urtheil? nicht sondern bon sens d. besch.
Vernunft.
Ingressio der Leidenschaft.
S. 492








Textkritische Anmerkungen
84/6 Arbeiten
Korrekturvorschlag ZH 2. Aufl. (1988): Arbeit
84/13 den Ariston
Korrekturvorschlag ZH 2. Aufl. (1988): der Ariston
85/20 hundersten
Korrekturvorschlag ZH 2. Aufl. (1988): hundertsten