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Königsberg, 25. August 1761   ZH II 103   Orig    geprüft    Komm  
Johann Georg Hamann  →  Johann Gotthelf Lindner
S. 103 / 8

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Königsberg. den 25. Aug. 1761.

Geliebtester Freund,
Ihren Brief, Lachs v. alles richtig erhalten. Mein Vater und ich danken
herzlich – Herr Ageluth habe nicht Gelegenheit gehabt kennen zu lernen,
ungeachtet ich solches gewünscht. Ich erfuhr es zu spät, und hatte keine Neigung
ihn aufzusuchen. Lauson erzählte mir, daß er hier wäre – Jener ist 14 Tage
aufs Land gereist, daß ich also biß auf Einen ganz allein bin, der mich alle
Tage besucht. Da dieser Sommer eine Quarantaine für mich gewesen, so freue
mich auf den Winter, wie der Landmann auf die Erndte oder der Winzer
auf die Weinlese. Heute den Alkoran zu Ende gebracht, und vorige Woche habe
meinen Aristoteles auch schon verwahren können. Sie sehen also, wie ruhig,
wie vergnügt und dankbar ich den 27. h. werde feyren können. Bis hieher hat
der HErr geholfen! –
Es thut mir nicht leyd, daß ich mir eine kleine Fasten in Ansehung der
SommerErgötzlichkeiten aufgelegt; ich habe vielleicht dadurch mehr
gewonnen, als ich selbst übersehen und berechnen kann. Ein paar Tage verschleudert,
so wäre das Ebenmaas verloren gegangen, worüber ich mich jetzt bey dem
Abschnitte, den ich diese Woche machen werde, erfreuen kann. Diese Erfahrung
muntert mich zu desto mehr Treue in Gebrauch derjenigen Zeit auf, die mir
noch jetzt gegeben wird. Ich habe meinen Entwurf zum Winter schon gemacht,
deßen Unterschrift ich einer höheren Hand überlaßen und unterwerfe. Wenn
ich selbigen ausführen soll, so werden mir Zeit und Kräfte so genau
beschnitten seyn, daß ich alle opera ad extra aufgeben muß. Das einheimische
ist schon darnach eingerichtet. Mein Bruder steht in einer solchen Entfernung,
die mich in Ansehung seiner ganz gleichgültig läßt. Dies ist nöthig für mich
selbst, und nützlich für ihn. Scheitere ich, so ist es notorisch, daß er an nichts
Antheil genommen, und meinen Fall wird seinem guten Urtheil Ehre
machen, läßt seine Umstände ganz in saluo. Schlägt mir mehr ein als ich will:
so ist auch nichts daran gelegen. Die Stellung, worinn ich mit ihm stehe, ist
folglich nöthig und für ihn sicher und vortheilhaft: für mich aber eben so gut,
die Kelter allein zu treten.
Sie werden sich daher garnicht wundern, liebster Freund! wenn Sie in
langer Zeit schwerlich einen Brief von mir erhalten werden; weil ich vielleicht
nur auf diesen Winter Rechnung machen kann, und occasio calua ist. Wenn
sich unterdeßen Fälle finden sollten wo niemand als ich Ihnen hier dienen
könnte: so werden dies Ausnahmen seyn; und den Gesetzen der
Freundschaft soll kein Abbruch geschehen, solchen nämlich, die im Geist und nicht im
Buchstaben bestehen die Empfindungen des Herzens und nicht Satzungen des
Gebrauchs sind.
Ich habe mich einige Wochen ganz müde gelesen. Die neue Heloise hat den
Anfang gemacht, und ich habe diesen Philosophen im Reifrock mit so viel
Gedult und Zufriedenheit ausgehalten, daß ich nicht eher müde wurde als bey
dem letzten Bogen. Der erste Theil machte mich ganz unzufrieden, weil der
italienische Witz niemals nach meinem Geschmack gewesen; ich habe aber
jetzt einsehen lernen, wie unumgänglich die Bekanntschaft dieser
Schriftsteller ist, wenn man Gegenstände behandeln will, die zwar in der Natur aber
nicht unter unserm Horizont sind. Die Schwärmerey der Sinnen, die
Spitzfindigkeit der Leidenschaften, ein so sonderbar amalgama des Witzes,
worinn die Römische Größe zerschmoltzen ist gleich dem Korinthischen Erzt, sind
vielleicht charakteristische Schönheiten eines Romans und ihre Nachahmung
kann nirgends so gut als bey den Welschen geschöpft werden. Sollte sich
endlich nicht der Plan eines Romans nicht wesentl. von der Fabel eines bürgerl.
Trauerspiels oder einer Komödie unterscheiden. Der gemeine Mann unter den
Lesern ist freylich so wenig im stande die allgemeine Ähnligkeiten der Dinge
zu sehen als ihre differentias specificas zu unterscheiden: aber von
Kunstrichtern und Lehrern des Geschmacks kann man dies fordern. Weiter ist es
Kunst, oder Dürftigkeit und Unverstand,wißenheit, wenn ein Autor die
Geschlechter so verwechselt. Daß Rousseau in der Moral weiter gekommen als
Richardson fällt eben so sehr in die Augen, als daß er die Regeln zu dichten
tiefer einsieht, glücklicher und geschickter anzuwenden weiß. Ob aber die
Heloise oder Clariße mehr Leser und Liebhaber finden wird, und welche die
zuverläßigsten seyn werden: das ist eine Kleinigkeiten, die keine Folgen für
mein Urtheil hat und mich nichts angeht. Jedem mag gefallen, was ihm gut
deucht; ich gönne jedem seinen und folge meinem Geschmack, nur insoweit,
als ich ihn übersehen kann. An Richardson würde auch ein gemeiner Criticus
leicht Ehre einlegen; Rousseau hat seine Fechterstreiche schon gezeigt, und zeigt
sich wie ein Pompeius in seinem Dialog, von dem Sallust sagt: cum alacribus
saltu, cum velocibus cursu, cum validis vecte certabat.
Glücklich ist
derjenige Autor, der von sich sagen kann: Wenn ich schwach bin, so bin ich stark.
Es ist gar nicht Rede, ob ein Meisterstück Fehler hat: sondern wo die Fehler
liegen und wie sie angebracht sind. Jeder vernünftige Autor weiß seine Fehler
zum voraus, er weiß ihnen aber die rechte Stelle zu geben, wo sie wie der
Schatten im Gemälde sich verlieren und abstechen, und daß ein philosophisch
Auge den optimismum mit mathematischer Gewisheit herausbringen kann.
Der zweyte Theil hat alle Stärke des französischen Urtheils mit aller
Feinheit des französischen Wohlstandes; wie niedrig, wie ungeschliffen, wie
kurzsichtig verliert sich Muralt, der in seinen Briefen über die Engl. v. Franz.
einen Schweitzer im eigentl. verstande vorstellt. Der dritte Theil erhebt sich
zum englischen Ton; man muß sich wundern, mit was für Geschicklichkeit
sich jeden Geschmack eigen zu machen, zu heben, zu mildern, zu verbeßern
weiß; wie er alle seine kleine Ketzereyen sinnreich in das Gewebe seines
Romans eingeflochten – Citoyen, tatons votre pouls! ich habe einige Tage lachen
müßen, so oft mir das bon mot eingefallen, und die Artigkeit nicht genung
bewundern können, womit er seine Schlafmütze abnimmt, und seine graue
Haare
darauf antworten läßt. Ein Mann, der so viel Feuer in seine
Schriften ausgüßen will, kann hat freylich nicht viel in unnützen Gesellschaften zu
verlieren, und muß als ein Menschenfeind leben, wenn er die Menschen
dienen will, mit der Kenntnis, die er aus seinen und anderer
Ausschweifungen sich erworben hat
. Sie werden liebster Freund! ganz brauchbare
Betrachtungen über die Erziehung, über das Studium der Historie und hundert
andere Dinge finden – auch hast er cette morale criminelle et servile, cette
mutuelle tolerance aux depens d’un maitre qu’un mechant valet ne
manque points jamais de precher aux bons sous l’air d’une maxime de
charité,
wovon ein verjüngter Abelard auch seinen Roman schreiben
könnte. Ist je der Lebenslauf oder die Geschichte einer Leidenschaft romanhaft
geschrieben worden: so ist es diese. Das Ende der Heloise ist einer Komedie
zieml. ähnlich und von gleichem Faden mit dem Anfange.
Auch thut es mir nicht leid den vom Tod erweckten Protestanten oder des
einfältigen Bußpredigers Hans Engelbrechts von Braunschweig Schriften
gelesen zu haben, die in diesem Jahr auf Kosten einiger Freunde (von
mystischen Schriften wie man sehen kann) neu gesammlet und ausgegeben worden.
Dieser Tuchmacher verdient einige Aufmerksamkeit und ich wünsche mir
Glück, daß der erste Mystiker, den ich in meinem Leben gelesen, Hans
Engelbrecht seyn sollte, der in Engell. unter dem Namen des Deutschen Lazarus
bekannt ist. Poiret hat von diesem Schwärmer viel gehalten, und jeder
Philosoph der sich um die Historie des menschlichen Verstandes, auch um die Natur
der menschlichen Schreibart bekümmert, kann hier was zu lachen, und was
zu lernen, auch wenn er Lust hat, was zu grübeln finden. Das seltenste, was
dieser Mann erlebt hat, ist dieser kleine Umstand: daß er 12 Stunden von
unten auf sterbend erkannt, und in 12 Stunden von oben an wieder zu sich
selbst gekommen. Er erzählt dies, als eine Sache, die er an seinem eigenen
Leibe erlebt, und wovon ihm Beichtvater und die ganze Stadt Zeugnis geben
kann durch den Weg des Gerüchts, ist aber so billig keinem Leser zuzumuthen,
daß er es schlechterdings glauben soll. Wenn man sich ja darüber wundern
will, so möge man bedenken, daß bey Gott nichts unmögl. – und daß er sich
auch verbunden erachte ihm für erdichtete Wohlthaten sich dankbar zu erzeigen.
Mitten in der thörichsten Einkleidung abgeschmackter Erzählungen geräth
man auf Stellen, worinn ein Pathos herrscht, deßen nur Heldenleidenschafften
fähig sind, und ein so erhabener Schwung der Urtheilskraft, die kein
Sophist durch den feinsten mechanismum der Analytic und Synthetic so
leicht erreichen wird. Es gehört aber eben so viel Gedult und kalt Blut dergl.
Zeug zu lesen, als jungen Schülern Perioden machen zu lehren, oder eben so
viel Geschmack als Democrit zu todten Körpern hatte und ihrer Zergliederung,
der nach dem Urtheil der Abderiten über diese Arbeit seine Gesundheit und
seinen Verstand verlor.
In St. Foix Geschichte der Stadt Paris habe viel artige anecdoten gefunden,
ein Commentarius über die Kartenbilder und hundert artige Kleinigkeiten,
die auch einen gleichgiltigen Leser unterhalten, und einen ernsthaften
interessiren können. Es verdient neben Herault abregé chronologique zu stehen;
wie der Stallmeister hinter seinem Ritter.
Ich verlange recht darnach die Beherzigungen des HE. von Mosers
recensirt zu sehen. Die Zeitungsschreiber, wie es scheint, fürchten sich dafür.
Wer das Buch und die Vorrede versteht, dem wird der Titel nicht dunkel seyn,
sondern dem Inhalt sowohl als dem Verfaßer sehr angemeßen. Es ist noch
einmal so stark als der Herr und Diener. In dieser Vorrede dacht er ein
sechzigjähriger zu werden; dort klingt der Vorbericht ganz anders, daß man seine
Beherzigungen fast für sein politisch Testament ansehen sollte. Solchen
Patienten muß man mit Pope zuruffen: Trinckt tiefer, daß euch der Schwindel
vergeht.
In Schwaben ist eine Gesellschaft von beaux esprits, die sich nicht
geschämt gemeinschaftlich ihre Versuche in Poesie und Prosa herauszugeben
unter dem vielversprechenden Titel: Müßige Stunden zu Tübingen,
Stuttgard und auf dem Lande. Sie sind dem Huber dedicirt, empfehlen sich durch
eine Urkunde von einer Vorrede und was das ärgste ist vier Bogen
ausmachen. Mit 3 wären dem Leser noch mehr gedient gewesen. O tempora!
o mores!
werden die Herrn Schildbürger in M – – – sagen.
Sie haben ganz recht, der Verfaßer des Ulysses sollte Übersetzer geblieben
seyn. In der Anlage herrscht eine sclavische Nachahmung, und die Erfindung
besteht darinn, daß man rechts links und links rechts macht. Aber dieser Vogel
hat einige Federn, wer die ausrupft und aufzustutzen weiß, kann so viel dabey
verdienen, als ein Dutzend Käfichtsänger und gebratener Tauben
zusammengerechnet werth sind. Ich habe die Vertheidigung seines Sophokles gelesen,
die in der Bibliothek angefochten worden. Letztere habe nicht gelesen. Nach den
Brocken sollte bald schließen daß M. Fischer just der Mann ist, der vom
Sophokles so viel versteht, er mag griechisch oder deutsch schreiben, als das Echo
eines Waldes, das zwar an der Stimme aber nicht an den Empfindungen
eines Liebhabers Antheil nimmt.
Die Staatsschulfüchserey nach ihren ersten Gründen beherzigt von
Achenwall habe zieml. flüchtig aus Mangel der Zeit durchlaufen müßen. Die
Vorrede ist ziemlich beträchtlich und ein jesuitisch Meisterstück eines Schullehrers.
Es lohnt Vorlesungen über dies Buch zu halten. Der politische Aberglaube
ist eben so sehr darinn gehuldigt, als der patriotische Unglaube. Der Fürst
lebt in einer vollständigen natürl. Freyheit, wieviel Stunden laßen sich
über diesen dunklen Satz weglesen! und besitzt eine persönliche Majestät.
Das erklär mir jemand aus unserm Recht der Natur. Unterdeßen findet man
wenigstens einige neue Staatsformeln darinn, deren Richtigkeit noch vom
Glück dieses Krieges abhängt.
Griselini Denkw. des berühmten Fra-Paolo Sarpi gehören in ihre
Bibliothek. Der deutsche Uebersetzer hat den Autor selbst gekannt und verspricht noch
mehr von dem was er auf sn Reisen in Welschland eingeerndtet hat. Was für
einen großen Mann werden Sie in diesem Serviten finden. Der Gelehrte
erscheint vornemlich im ersten Theil, im 2 der Staatsrath, der Theolog einer
Republik als Venedig damals war. Man muß über die allgemeinen Einsichten
dieses Mannes erstaunen in der Philosophie, Mathematic, und dem ganzen
Umfang der höhern Gelehrsamkeit. Monachus curiosissimi supercilii. Aus
den Briefen des Cornaro wird ein lateinisch extemporalgedicht eines Jacob
Hamans
aus Hamburg angeführt auf den Sanctorius, als den Erfinder des
Pulsmeßers, davon die Idée vielleicht dem Sarpius zukommt, der aber sehr
uneigennützig mit seinen Entdeckungen und Einfällen umgegangen. Sarpi
nennt die axiomata Hypolepses, dies hält ein Italiener für einen
Schreibfehler, ich zweifele sehr daran. Der Uebersetzer hat einen dreyfachen Anhang
gemacht. Das erste ist des Kardinal Passionei, deßen Tod jetzt angemeldet
worden, Votum über die Canonisation des Bellarmins, die er verwirft, das
letzte einige Anmerkungen des Fra-Paolo über römische Grundsätze, die schon
der Mühe lohnen.
Zu Heumanns Geist deutscher Gesetze habe so viel Vertrauen, daß ich es mir
anschaffen werde; ohngeachtet ich nur den Anfang davon bloß ein wenig
durchblättert habe.
HE. Pastor Ruprecht hat mir gestern geschrieben und mir von dem
verlornen Briefe Nachricht gegeben, daß er selbigen richtig erhalten; wie aber,
davon weiß nichts. Sie müßen auch davon nichts wißen. Er hat die Defect
Bogen aus dem Schauplatz der Natur noch nicht erhalten. Ich schreibe
morgen wills Gott! an ihn, und denke am besten wär es, wenn er das Geld an
Sie überschickte und s Sie es zu ihrer Rechnung beylegten, weil es ohnedem
eine kleine Summe betragen wird. Ich habe noch einige Kleinigkeiten für ihn
beygelegt, die ihm vielleicht nicht ungelegen seyn werden.
Lutherus ante Lutheranismum von Jeremia Heraclito Christiano ist eine
Sammlung von besondern Stellen aus Luthers Schriften, besonders den
ersten, weil der Autor selbige der spätern vorzieht, und den ältesten Ausgaben.
Diese kleine Schrift ist mit einem Anhang dies Jahr wieder aufgelegt worden,
und hält einen Extract ketzerischer Lehrsätze in sich, die für die Urälteste
evangelische Wahrheit angekündigt werden.
Cohausens Hermippus rediuiuus muß im lateinischen nicht unangenehm
gew zu lesen seyn. Der Autor ist Senior der Münsterschen Leibärtzte und
hat mehr Tändeleyen geschrieben e. g. serium in fumis lusum, (müßen
Sinngedichte bey einer Pfeife Toback seyn) Neotheam, picam nasi, Clericum
deperucatum, Helmontium ecstaticum.
Erstere Schrift erklärt eine Inscription
aus Reinesio auf einen L. Clodium Hermippum, qui vixit annos CXV.
dies V. puellarum anhelitu, quod etiam post mortem eius non parum
mirantur Physici. Iam posteri hic vitam ducite.
Des Autors Belesenheit ist
altfränkisch; sein Witz aber recht angenehm und lebhaft. Er vermuthet daß
dieser Mann ein Vorsteher oder Schulmeister bey einem römischen
Mädchenwaysenhause gewesen Propert. Elegiarum III. 15. die Knechte welche David
die Sulamith aussuchten waren vermuthlich Aertzte coll. Genes. L. 2. Macht
im Scherz wahrscheinl. daß Herm. ein Chymist gewesen, der den Hauch in
Tropfen und Feuchtigkeiten concentrirt, und daraus viell. ein arcanum zur
Verlängerung des Lebens verfertigt. Baco führt schon den Einfall eines
Artztes an, der das hohe Leben der Schulleute den balsamischen
Ausdünstungen
der Kinder zum Theil zugeschrieben; mich wundert, daß diese
Anmerkung unserm Autor entwischt. Ohe! iam satis est – – Ich nehme jetzt
Abschied unter abgemachten Bedingungen. Vielleicht kann mein Bruder die
Lücke öfterer ausfüllen, er wohnt ohnedem in der Nachbarschaft Ihrer
GeEhrten Mama. Ich werde selbige
bisweilen besuchen der motion zugl.
wegen. Mein Vater grüßt Sie und Ihr ganzes GeEhrtes Haus. Ich umarme
Sie und Ihre liebe Hälfte und ersterbe mit aufrichtiger Hochachtung
ergebenster Freund
Hamann.


Brief nicht ermittelt








Aristoteles
Aristoteles
27. h. Hamanns Geburtstag am 27. August

Bis hieher … 1 Sam 7,12











opera ad extra Äußere Werke, die auf ein von Gott Verschiedenes gerichtet sind





in saluo in Sicherheit



die Kelter allein zu treten Jes 63,3



occasio calua lat. Sprichwort: »Fronte capillata est, post est occasio calva« – »Vorn hat die Gelegenheit den Schopf, kahl ist sie hinten.«



im Geist und nicht im Buchstaben 2 Kor 3,6.




Philosophen im Reifrock Anspielung auf
Lennox, Don Quixote im Reifrocke








Korinthischen Ertz begehrte Mischung aus Gold, Silber u. Kupfer










Richardson
Samuel Richardson
; den Vergleich hatte Mendelssohn eröffnet, wobei er den Realismus Richardsons über Rousseaus philosophierende Literatur stellt (ebd., S. 258).








Sallust
Sall., hist. frg.
II,20: »Cum alacribus saltu, cum velocibus cursu, cum validis vecte certabat.« – »Er maß sich beim Springen mit den Schnellen, im Rennen mit den Geschwinden, im Gewichtheben mit den Starken.«


Wenn ich schwach bin … 2 Kor 12,10













Citoyen …
Rousseau, Julie ou La nouvelle Héloise
, »Préface, S. 24, dort aber »voyons votre pouls«; als Motto in der 3. Fassung von
Hamann, Chimärische Einfälle
, N II S. 175, ED S. 77









cette morale …
Rousseau, Julie ou La nouvelle Héloise
, Tl. 4, S. 171



Abelard
Petrus Abaelardus
, dessen Liebesaffäre mit seiner Schülerin Heloisa war das Muster für
Rousseau, Julie ou La nouvelle Héloise
.















Umstand
Engelbrecht, Der vom Tode erweckte Protestant
, S. 8 (Ausg. 1773).














Democrit
Demokrit von Abdera
wirkte in Abdera. Seine Atomtheorie basiert auf der Annahme, dass alles in der Welt aus unteilbaren Einheiten, den Atomen, zusammengesetzt sei. Hippokrates berichtet von den Vermutungen der Abderiten (
Hippokr., ep.
10–17).








Beherzigungen
Moser, Beherzigungen







mit Pope
Pope, Essay on criticism
, V. 215–218: »A little Learning is a dang’rous thing/ Drink deep, or taste not the Pierian spring:/ There shallow draughts intoxicate the brain,/ And drinking largely sobers us again.« In Duschs Übersetzung der Werke steht »Schöpfet tief« (S. 122).







O tempora! o mores! Cic. Catil. 1,1: »O was für Zeiten, o was für Sitten!«







Verteidigung seines Sophokles Bringt H. hier Autorschaften durcheinander?
Johann Jakob Steinbrüchel
ist der Übersetzer der in Einzelausgaben erschienenen Stücke von Sophokles, u.a.
Soph. El.
. Die Rezension in der
Bibliothek der schönen Wissenschaften und der freyen Künste
(6. Bd, 1760, 1. St., S. 16–51 und 2. St., S. 231–279) ist von
Immanuel Johann Gerhard Scheller
.















Krieges der Siebenjährige Krieg (1756–1763)

Griselini Denkw.
Griselini, Memorie anedote
über
Paolo Sarpi

deutsche Uebersetzer
Johann Friedrich Le Bret


Serviten Mitglied eines Bettelordens




Monachus curiosissimi supercilii dt. Mönche mit den neugierigsten Augenbrauen

Cornaro
Luigi Cornaro
, Gedicht in
Griselini, Memorie anedote
S. 138 in der dt. Ausgabe.
Jacob Hamans nicht ermittelt

Sanctorius
Santorio Santorio



Hypolepses
Griselini, Memorie anedote
, S. 46 (dt. Ausgabe).


des Kardinal Passionei Ebd., S. 306–342;
Domenico Silvio Passionei

Bellarmins
Robert Bellarmin

Anmerkungen Ebd., S. 351–386.


Heumanns Geist deutscher Gesetze
Heumann, Geist der Gesetze der Deutschen



Ruprecht
Johann Christoph Ruprecht
, Brief nicht ermittelt
verlornen Briefe vgl. HKB 208 ( II 96/27 )














Cohausens Hermippus
Cohausen, Hermippus Redivivus


e. g. e.[xemplum] g.[ratia]: dt. Um eines Beispiels willen
serium in fumis nicht ermittelt



Reinesio […] L. Clodium Hermippum Das wird schon auf dem Titelblatt von
Cohausen, Hermippus Redivivus
angekündigt und S.4f. (in der dt. Ausg.) erläutert.
Thomas Reinesius
hat die Inschrift auf einem römischen Marmor-Denkmal überliefert, dt. (ebd. S.10): »Clodius Hermippus, der 115. Jahr 5. Tage durch das Anhauchen junger Mädchens gelebet hat, worüber sich auch nach seinem Tode die Naturkundiger nicht wenig verwundern. Ihr Nachkommen verlängert euer Leben auf eben diese Art.«





Propert. Elegiarum III. 15
Sextus Aurelius Propertius
. Ebd. S. 80
Knechte Ebd., S. 92–100, 1 Mo 50,2 u. Hld 7



arcanum geheimes Mittel; vgl. ebd., S. 175

Baco
Francis Bacon
, nicht ermittelt



Ohe! iam satis est – – Hor. sat. 1,5,12f.: »Halt da, genug jetzt!«





Hälfte Marianne Lindner



Provenienz
Druck ZH nach den unpublizierten Druckbogen von 1940. Original verschollen. Letzter bekannter Aufbewahrungsort: Staats- und Universitätsbibliothek Königsberg, Msc. 2552 [Roths Hamanniana], I 2 (72).

Bisherige Drucke
Friedrich Roth (Hg.): Hamann’s Schriften. 8 Bde. Berlin, Leipzig 1821–1843, III 94–102.
ZH II 103–109, Nr. 212.

Zusätze ZH
HKB 212 (103/19): Lindner am Rande:
Melancht. sc. graec. ad Alcor. 1550.
Frankfuhrt ist da, malt wie sie sind R. etres chimereux oder
deren Enthous. doch etwas lächerlich haben.
lehrt anders pp. hist. von Klopst.
HKB 212 (109/13): Lindner dazu:
Ex ungue leonem. v. Plut. c. 26.
S. 492 / 16



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Textkritische Anmerkungen
103/29 Zeit
Geändert nach Druckbogen 1940; ZH: Zeit
104/21 Erzt
Geändert nach Druckbogen 1940; ZH: Ertz
104/36 deucht;
Geändert nach Druckbogen 1940; ZH: deucht,
107/6 wären
Korrekturvorschlag ZH 2. Aufl. (1988): wäre
109/14 Hamann
Geändert nach Druckbogen 1940; ZH: Hamann