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Johann Georg Hamann → Johann Christoph Ruprecht
1754–1756
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ZH I, 214


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S. 215


Ich kann Ihnen meine Danksagung nicht anders als ganz kurz abstatten,
weil ich Stunden habe. Der Mangel macht mir aber Ihre Achtsamkeit desto
werther; v ich verspreche eine gleiche Dienstfertigkeit von meinem Theil,
wenn ich die eine eben so glückliche Ahndung wie von Ihrem Geschmack
haben werde als Sie von meiner Nothdurft. Ich bin nebst meiner ergebenen
Empfehlung an dero GeEhrte Eltern v Jungfer Schwester unter
Anwünschung eines guten Morgens von meinen jungen Herrn mit der aufrichtigsten
Hochachtung Ihr verbundenster Freund v. Diener.
Hamann.


Weil die Diplomatick nach des HErrn Pastor Geschmack gewesen; so nehme
mir die Freyheit sein Urtheil über ein ander Buch vom Römischen Rath mir
auszubitten, waselches Ew Sr. HochwohlEhrwürden vielleicht noch
unbekannt seyn wird.
Provenienz:
Druck ZH nach den unpublizierten Druckbogen von 1940. Original verschollen. Letzter bekannter Aufbewahrungsort: Staats- und Universitätsbibliothek Königsberg, Msc. 2552 [Roths Hamanniana], II 30.

Bisherige Drucke:
ZH I 214–215, Nr. 87.

Zusätze ZH:
Die Briefe [Nr. 85–102], meist kleine Zettel, stammen aus den Jahren 1754–56; einige ließen sich wohl genauer datieren und in die bisherigen einreihen, es erscheint jedoch angemessener, sie geschlossen zu bringen. Es sind meist kurze Nachrichten an Ruprecht, den jungen Pastor in Grünhof, Hamanns Nachbar.