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Johann Georg Hamann → Johann Christoph Ruprecht
1754–1756
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ZH I, 215


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GeEhrtester Freund,

Ich wünsche, daß Sie jetzt mit Ihrem Schlaf fertig seyn mögen. HE
Hofmann wird vermuthlich schon zu Hause seyn; wenn er Ihnen zu Gefallen
noch geblieben wäre, so vermelden Sie Ihm meine freundschaftl. Morgen-
Gruß. Ich schicke Ihnen denas gestern versprochene Buch. Der Auftritt in
der Abtey de la Trappe ist rührend. Adelaide drückt ihre Zärtlichkeit v.
unglückl. Gemüthsfaßung beynahe wie die berühmte Liebhaberinn des Abälards
aus. Ich werde Ihre Schwermuth durch denie Donna Quixotte zu
vertreiben suchen, so bald ich mit selbiger fertig seyn werde. Meine Ergebenheit.
Leben Sie wohl.
Provenienz:
Druck ZH nach den unpublizierten Druckbogen von 1940. Original verschollen. Letzter bekannter Aufbewahrungsort: Staats- und Universitätsbibliothek Königsberg, Msc. 2552 [Roths Hamanniana], II 30.

Bisherige Drucke:
ZH I 215, Nr. 89.

Zusätze ZH:
Die Briefe [Nr. 85–102], meist kleine Zettel, stammen aus den Jahren 1754–56; einige ließen sich wohl genauer datieren und in die bisherigen einreihen, es erscheint jedoch angemessener, sie geschlossen zu bringen. Es sind meist kurze Nachrichten an Ruprecht, den jungen Pastor in Grünhof, Hamanns Nachbar.