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Königsberg, 10. Oktober 1761   ZH II 116   Orig    geprüft    Komm  
Johann Georg Hamann  →  Johann Gotthelf Lindner
S. 116 / 25




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Königsberg den 10 Octobr. 1761.

HöchstzuEhrender Freund,
Es ist mir eingefallen ein paar Wochen halbe Michelsferien zu halten, weil
selbige heute zu Ende gehen; so erlauben mir Zeit und Umstände an Sie zu
schreiben.
Ich habe die letzt aufgetragenen Bücher im Laden für Sie auslegen laßen;
Beherzigungen, Griselini, Luther. ante Lutheranismum, eine Abhandl. vom
Abendmal in eben dem Geschmack. Wegen des deutschen Lazarus erinnere
nochmals, daß viel Gedult und Demuth dazu gehört um ihn ausdauren zu
können, und daß nur Stellen sind, die man aber treffen muß; wie das Haff
nicht lauter Börnstein auswirft, Stücke für das Kabinet, andere für die
Werkstäte. Zu Ihrem Jesaias habe noch einen Jeremias, Joel und Hosea
gefunden, die ich auch für mich selbst ausgenommen, von Burscher. Ich hoffe
daß wir beyde mit diesen Ausleger zufrieden seyn können. Sein Styl scheint
mir ein wenig weitschweifig – Ihr Student ist vor 14 Tagen abgegangen mit
einer Französinn und möchte wohl mit diesem Briefe eintreffen. Letztere hat
einige Kleinigkeiten an Sie.
Mein Bruder ist diese Woche Collaborator im Löbenicht und soll zugl. die
Aufsicht des Pauperhauses, wie ich gehört, bekommen. Hindersen hat für
seinen Pathen gesorgt. Er schickte für seinen an meinen Vater, um einige
Zeilen von sr. Hand zu haben, selbige dem Magistrat vorlegen zu können.
Wir bekamen ein Qvartblatt, auf dem folgendes geschrieben war

Nec quia desperes inuicti membra Glyconis
Nodosa corpus nolis prohibere chiragra
Est quodam prodire tenus, si non datur vltra.


Eben dies Deutsch. Wenn Sie neugierig sind, die Uebersetzung von diesen
Zeilen zu sehen, so blättern Sie in Lucas Weg zur Glückseeligkeit; da wird sie
unten in den Noten vermuthlich in die Augen fallen. Ich erschrak und begriff
nichts, warum er diese Stelle gewählt. Nachdem ich mich ein wenig erholt,
konnte ich in einer halben Stunde für Lachen nichts anfangen. Die Stelle
steht Horat. Epist. I. 1. Ich habe jetzt mehr Vertrauen als jemals, daß meine
Einsicht von seinem Charakter, und meine darnach eingerichtete
Verhaltungsart, nicht fehl schlagen werden. Diese kleine Veränderung ist mit so viel
Nebenverwickelungen für mich verknüpft gewesen, die mich recht sehr
beschäftigt haben, sich aber nicht beschreiben laßen. Dem Ansehen nach, scheint
ihn mehr Gnade als Rache der Vorsehung auf diese unterste Stuffe gesetzt
zu haben. Da es uns an Kostgängern nicht fehlt, so habe mein Bestes thun
müßen, um ihn so wohl als sn. jungen HE. unser Haus zu vereckeln. Jetzt
werde mich auf neue crises wohl auch gefaßt machen müßen.
D. Lilienthal erlaubte mir erst diesen Mittwoch den Plato abholen zu
können. Weil er mir aber wieder vermuthen den Gefallen gethan ihn mir vorigen
Sonnabend selbst ins Haus zu schicken: so habe diese Woche schon einen sehr
glückl. Anfang in den 2 Folianten gemacht. Hohe Zeit, liebster Freund! Ich
hätte den Plato halb ausschreiben können ohne ihn gelesen zu haben –
Wundern Sie sich darüber nicht. Gestern sagte Cratylus, daß Sokrates ihm
alle seine Meynungen gestohlen hätte, noch eh er den Mund aufgethan. Ich
bin mit der ersten Tetralogie schon zu Ende, die sehr schätzbar für mich ist,
weil sie seine Reden vor dem Tod in sich hält. Fischer hat selbige apart
ausgegeben, und ich hab sie mir angeschaft. Er verspricht alle Jahr ein klein
Bändchen von 4 oder 5 Dialogen. 56 sind. Ich wünschte wenn einige Gelehrte
zusammentreten und diese Ausgabe beschleinigen möchten. So würde sie
vollkommener und geschwinder zustandekommen. In Berl. wurde mir eine
Ausgabe für 6 Thrl. angeboten. Weil mir Oehlert aber ein Mann wie unser
Moldenhauer vorkam, mochte ich mich nicht einlaßen, anderer
Unbeqvemlichkeiten nicht zu gedenken. In Dantzig editio optima et rara für 35 Thrl. Da
meine Umstände mir 3 oder 5 schwer machen: so nahm meine Zuflucht zur
Altstädtschen Bibliothek. Ich brauche sie so lange als ich will. Es ist die
berühmte Aldina, wo in der Zueignungsschrift an Pabst Leo X. die bekannte
Stelle von dem Eyfer dieses Buchdruckers steht, daß er für jeden Druckfehler
einen Ducaten zahlen möchte. Unterdeßen, sagt er, ich in anderer Augen wie
ein Hercules arbeite, komm ich mir selbst wie ein Sisyphus vor. Marsilii
Ficini
Uebersetzung von Grynaeo herausgegeben ex officina Frobeniana
verknüpfe hiemit. Dieser Uebersetzer ist viel zu abergläubisch gewesen, als daß er
das geringste von seinem Autor verstanden haben sollte; und er hat ihn im
eigentl. Verstande diuinum Platonem genannt nennen können. Schenkt
mir Gott Gesundheit und Ruhe; so kann ich mir den angenehmsten Winter
von der Welt versprechen. Ich habe keinen Autor mit solcher Intimität (ich
weiß meine Empfindung nicht beßer auszudrücken) als diesen gelesen. – Und
ich wünsche mir mehr als jemals Glück, daß ich die Sokratische Denkw. zum
Grund meiner Autorschaft gelegt. Am Plan ist nichts zu ändern; an der
Ausarbeitung noch sehr viel. Ehe ich mich daran mache, muß ich auch den
Xenophon kennen. Die Wolken sind das, was sie seyn sollen. Eingebung und
Gelehrsamkeit sind zwey stoltze Pferde, zwey Hengste, die ich hier zum
Gespann gemacht. Die Kunst kann nicht mehr übertrieben werden, als ich es
hier gethan; wer Lust hat es von dieser Seite zu beurtheilen. Das Genie kann
nicht unbändiger seyn, als ich es mir hier erlaubt. Zwey so entgegengesetzte
Gesichtspuncte zu vereinigen, ist nicht jedermanns Ding. Sie erhalten eine
Abschrift von dem Urtheil in den Hamb. Nachr. und es hat mich nicht anders
als schmeicheln können in der grösten Wuth von einem Feinde auf die feinste
Art gelobt zu werden. Er thut mir nicht weniger Ehre, als daß er den
Verfaßer der Wolken unsern Thespis nennt, der sich mit Häfen das Gesicht
besalbt und an statt des Karren den Dreyfuß einer Pythischen Priesterinn zu
seinem Sitz erwählt. Ich kann mit dieser Genugthuung zufrieden seyn, und
bin solchen Kunstrichtern immer geneigter als – –
Auf die Woche fangen wills Gott! wieder meine Arbeiten an. Mein
arabisches, und der zweyte Theil von Wolfii Curis philologicis, in dem eine Pause
machen müßen, weil Prof. Kypke in sein neues Haus gezogen. Giannoni
bürgerl. Geschichte von Neapel habe in der Zeit gelesen. Ein Rechtsgelehrter
der die Geschichte des Juris ciuilis und canonici zu seinem vornehmsten
Augenmerk macht. Der erste Theil ist nur heraus. Kanter denkt die übrigen
zu verlegen. Vier starke Qvartanten möchte es betragen und nur ein Werk
für große Bibliotheken. Der Autor hat im Gefängnis sterben müßen. Er führt
einen Einfall, den ich auch einmal gehabt, als eine gelehrte Meynung an, daß
die Sicilianer den Reim von den Arabern v von jenen die übrigen Italiener
v. s. w. gelernt. Thomas Campanella hat ein sklavonisches Liedchen gewust, in
dem auch gestanden haben soll, daß die Spanier von den Moren reimen
gelernt. Ein guter Freund wollte mir versichern, daß Gemmingen in sn. Briefen
eben dies sagt. Ich kann mich darauf nicht besinnen, weil ich seine Gedichte
mehr als se. Briefe gelesen. Als eine historische Nachricht würde ich diese
Meynung sehr zweifelhaft machen; für ein bon mot mag es gut genung
seyn.
Die Henriette der Fr. Lenox habe mit viel Vergnügen gelesen. Es ist eigen,
daß sie so wohl als die neue Heloise, als die beyden wichtigsten Romanen den
neuen philosophischen Lehrsatz von der universalprovidentz angreifen, und
bestreiten.
Die kleinen Versuche im Denken und Empfinden haben mir beßer gefallen,
vielleicht hat die bloße Eitelkeit an diesem Beyfall Antheil. Es mag damit
seyn wie es will, so fallen sie sehr ins Auge, und es sind einige Züge drinnen,
die meinen alten Freund wieder kenntlich gemacht haben. Ich habe daher
Gelegenheit genommen, selbst an ihn zu schreiben, um mich für sein Gedicht zu
bedanken, und zum Theil seines Bruders wegen, der unser Tischgast ist und
dem ich meinen Stubenburschen gegeben, insbesondere mich wegen des
letztern zu erklären, und von meinen Handl. hierinn Rechenschaft abzulegen.
Gestern habe den Hiob zu Ende gebracht. Weil ich auf die chaldäische Bücher
komme: so werde es für nöthig ansehen mir jetzt die Anfangsgründe dieser
Sprache aus Alting, und le Dieu wenigstens bekannt zu machen, die ich beyde
selbst habe. Sie sehen liebster Freund, wie ich mit Augenblicken werde
wirthschaften müßen um mein Tagewerk bestreiten zu können; in dem ich ohnedem
eine ganz andere Einrichtung zu machen gedenke.
Geddes ließ mir gestern aus dem Buchladen holen. Es ist mir lieb, daß man
dies Buch jetzt im Deutschen hat, weil ich es mir schon aus Leipzig wollte
verschreiben laßen. Er schreibt mehr wie ein Rhetor als Philosoph vom Styl der
Alten. Der Anfang mit Plato ist noch zieml. kahl. Er hat mit Warburton zu
thun. Seine Auszüge sind das Beste. Ich warte auf die Fortsetzung – aber
noch mehr auf Lowths 2ten Theil de sacra poesi, der jetzt von Michaelis
herausgegeben worden mit einem prächtigen Panegyrique in den Altonaischen
Zeitungen. Wir wollen sehen.
Von der Lettre neologique werde Ihnen noch ein Paar Exempl. beylegen.
Es sind viele Flecken in selbiger, um die Jungferschaft der Muse zu
legitimiren, wie geschrieben steht. Mit der Warschauer Post erhielt die Inoculation
du bon sens
mit beyliegender addresse:

O Vos admoniti – – Virgl.


Nimm hin! du sterbliches Gerippe Apollens! nimm hin dieses Buch
und wage dich nie wieder über den Rubicon der Narrheit.
Socrates der Jüngere.


Jetzt werden Sie das Motto aus dem Lucan vor dem Auszuge verstehen.
Ich vermuthe auf einen guten Freund in Schlesien, der mir diesen Streich
gespielt. Wie weit dies eintrift, weiß ich nicht, bekümmere mich auch nicht.
Erwählte also diesen Weg zu antworten, und machte mich diesen kleinen Wink
eines Unbekannten so gut ich konnte zu Nutze. An einige Gelehrte sind
Exempl. verschickt worden e. g. an Gellert mit der Inscription: à la muse
veuve de Gellert qui amasse du bois pour faire encore un petit pâté de
Morale avant que de mourir.
Siehe sn Brief an Rabner. An diesen: à Mr.
Rabner mon beau-frère en Apollon Concurrent au grand oeuvre.
Mit dem
Motto: Les violens le ravissent. An Premontval, mit einem Compliment
über das Mollibit des Horatzens. Sollte nach Priscian und HE. Schul-
Collega – – heißen: molliet. Sind Sie so ein Fremdling im philosophischen
Israel, daß Sie Leibnitz, Wolf und Crusius nicht entziffern können, der sich
auch mit aller Gewalt anfängt unter die apokalyptischen Theologen zu mischen,
und ein Bengelianer ist. Seine Vorrede zu Fehr habe noch nicht gesehen. Die
vor Burschers Jeremias schien mir sehr matt. Eine kleine Anecdote in Mst.
hat mich gegen Crusius ein wenig aufgebracht pp.
Die lettre neologique ist nichts als coecus catellus; oder ein kleiner
Spürhund, hinter den der Jäger bald nachfolgen muß, wenn es recht zugehen soll.
Ich denke wohl bisweilen daran; aber noch habe kein Herz – –
Die jetzigen öffentl. Verfaßungen sind meinen gegenwärtigen Umständen
und Arbeiten mehr förderlich als nachtheilich. Sie sehen liebster Freund! wie
nöthig ich habe der Zeit wahrzunehmen, im Gantzen weiter zu kommen, und
nicht den geringsten Umstand vorbeygehen zu laßen, von dem ich einigen
Gebrauch machen kann. Ich habe also den ganzen langen Winter der Muße und
den Musen geweyht. Alles muntert mich mehr dazu auf.
Mit dem Cratylus werde heute schlüßen. Der Innhalt dieses Dialogs ist sehr
interessant für mich, er betrift den Ursprung der Sprachen. Das gantze
System, den Buchstaben eine natürl. Bedeutung zu geben, ist nichts als eine
platonische Grille. Wie unedel und grob ist selbige in der hebräischen
Sprachlehre behandelt worden. Mit was für Würde denckt Sokrates über den
Ursprung der menschl. Rede! Mit was für Anstand prahlt und lacht er über
seine Einfälle!
Die ersten sieben Tetralogien machen den ersten Band aus; die zwey letzten
den andern Theil. Sie sind so stark weil die Bücher de politica v legibus
darunter begriffen sind.
Ich wünschte bald gute Nachricht von des HErrn D. Genesung. Gott
erhalte Sie gleichfalls und gebe Ihnen gut Glück mit Ihrem Haushofmeister.
Ich muß eilen, umarme Sie und Ihre liebe Hälfte nebst herzlicher
Empfehlung meines alten Vaters. Leben Sie wohl und vergeßen Sie nicht Ihren
aufrichtig ergebenen Freund
Hamann.


Michelsferien ab dem 29. September







Haff Brackwasserbereich an der Küste








Collaborator Hilfslehrer

Pauperhaus Internat für arme Kinder, das zur Stadtschule gehört.





Nec quia …
Hor. epist.
1,1: »Und auch wenn du es aufgibst, des unbesiegten Glykon Gliederstärke erreichen zu wollen, so wirst du doch nicht hindern wollen, daß frei dein Körper von Gichtknoten bleibt. Fortschritte zu machen ist auch recht, wenn man nicht weiter darüber hinaus kann.«





Lucas Weg zur Glückseeligkeit
Lucas, Sicherer Weg zur wahren Glückseligkeit
, Bd. 1, S. 39f., dort lautet die Übersetzung: »Zwar Glycons Sieg und Kraft erreicht dein Körper nicht; / Doch heiltest du darum ihn nicht von Schwulst und Gicht? / Ist dir zum letzten Ziel, gleich Muth und Kraft benommen, / So kannst du gleichwohl doch zum ersten Ziele kommen.«











jungen HE. den Söhnen von
Otto Salomo Wegner







Cratylus
Plat. Krat.
428c.


ersten Tetralogie Die antike Anordnung der Werkes Platons bestimmt neun Tetralogien; die erste umfasste die Dialoge Euthyphron, Apologie, Kriton und Phaidon.





Berl. Berlin

Thlr. Taler, meist ist der 24 Silbergroschen entsprechende Reichstaler gemeint, eine im ganzen dt-sprachigen Raum übliche Silbermünze.
Oehlert nicht ermittelt

Moldenhauer nicht ermittelt



Altstädtschen Bibliothek seit 1737 in der Altstädtischen Lateinschule

Aldina Schrift aus der Offizin des Buchdruckers Aldus Manutius (1449–1515) in Venedig.
Platon, Opera
(Venedig 1513).
Zueignungsschrift an Pabst Leo X. Papst Leo X. (1475–1521) erteilte Aldus Manutius (1449–1515) das Privileg, griechische und lateinische Ausgaben zu publizieren.


Ducaten Goldmünzen (in ganz Europa gängig)

Marsilii Ficini Uebersetzung die von
Simon Grynäus
herausgegebene Übers. Ficinos der Platonis Opera erschien 1546 in Basel.











Xenophon
Xen. mem.









Thespis
Thespis
, dessen schlechter Ruf, wie er für Ziegras Polemik zugrunde liegt, vielleicht auf die Anekdote bei Diogenes Laertius (1,1,59) zurückgeht, wonach Solon ihn des nutzlosen Fabulierens bezichtigt habe.
Häfen Mehl





Wolfi Curis philologicis
Wolf, Curae philologiae et criticae



Juris ciulis und canonici Bürgerliches Recht und Kirchenrecht























meinen Stubenburschen Vgl. HKB 217 ( II 124/7 )


chaldäische Bücher Ehemalige Bezeichnung für das Biblische Aramäisch, in dem große Teile der Bücher Daniel und Esra verfasst sind; hier wohl auf das Buch Daniel bezogen, HKB 216 ( II 123/7 ).









Plato
Platon



Panegyrique Lobschrift
Altonaischen Zeitungen nicht ermittelt


Lettre neologique
Hamann, Lettres néologiques

Jungferschaft der Muse Die Musen werden als Jungfrauen aber auch als Mütter (bspw. Kalliope als Mutter von Orpheus) ausgegeben.

Inoculation Impfung; H. hat die kleine Schrift,
Sélis, L’inoculation du bon sens
, anonym zugesandt bekommen.



O Vos … Der Verweis auf Vergil ist vmtl. ein Irrtum. Gemeint ist wohl
Ov. trist.
4,8,51: »At vos admoniti nostris quoque casibus este / Aequantem superos emeruisse virum« – »Seid auch ihr durch mein Schicksal ermahnt, die Gunst des göttergleichen Mannes zu gewinnen.« Auch zitiert in der Einleitung der Kreuzzüge, N II S. 115, ED S. a3v.






das Motto aus dem Lucan vor dem Auszuge
Lucan, De bello civili
2,496–498: »non, si tumido me gurgite Ganges / Summoveat, stabit iam flumine Caesar in ullo / post Rubiconis aquas.« – »Nein, und wenn der Ganges mich mit seinem Wogenschwall fortschwemmen wollte: Caesar wird in keinem Strom mehr steckenbleiben, seit er den Rubicon durchwatete.« Als Motto dem Text vorangestellt, mit dem H. auf die Provokation antwortet –
Hamann, Französisches Project
.

guten Freund in Schlesien nicht ermittelt




e.g. e.[xempli] g.[ratia].
Gellert […] und Rabner Im 1761 veröffentlichten Briefwechsel zwischen
Christian Fürchtegott Gellert
und
Gottlieb Wilhelm Rabener
(
Briefe von Gellert und Rabener
) geht es um die Kontroverse über den schlechten Ruf der deutschen Literatur bei den Berliner Gelehrten der Königlichen Akademie der Wissenschaften.


sn Brief an Rabner
Briefe von Gellert und Rabener
, S. 61.



Mollibit
Hor. carm.
3,23,19: »mollibit aversos penates \ farre pio et saliente mica.« – »versöhnt die erzürnten Penaten / als fromm dargebracht geschrotetes Korn und aufsprühendes Salz.« Zitiert in
Hamann, Lettres néologiques
N II S. 280, ED S. 2, ; der grammatische Fehler bei Horaz (mollibit/molliet) wird dann in
Hamann, Glose Philippique
thematisiert, N II S. 289, ED S. 25.
HE. Schul-Collega nicht ermittelt

Fremdling vgl. Lk 24,18.
Johann Gotthelf Lindner
hat vmtl. die Anspielungen in § 7 von
Hamann, Lettres néologiques
moniert: Leibniz (Leibnuts), Wolf (Loup), Crusius (Crosse).




kleine Anecdote in Mst. nicht ermittelt


lettre neologique
Hamann, Lettres néologiques
coecus catellus blindes Hündchen, sprichwörtlich: lat. canis festinans catulos (eiliger Hund zeugt blinde Hündchen)









Cratylus von
Plat. Krat.










HErrn D. nicht ermittelt

Haushofmeister nicht ermittelt





Provenienz
Druck ZH nach den unpublizierten Druckbogen von 1940. Original verschollen. Letzter bekannter Aufbewahrungsort: Staats- und Universitätsbibliothek Königsberg, Msc. 2552 [Roths Hamanniana], I 2 (74).

Bisherige Drucke
Friedrich Roth (Hg.): Hamann’s Schriften. 8 Bde. Berlin, Leipzig 1821–1843, III 110–114.
ZH II 116–121, Nr. 215.

Zusätze ZH
HKB 215 (117/13): Lindner dazu: Du verbirgst es den Klugen und offen. den
Unmündigen.
S. 492 / 28




Textkritische Anmerkungen
118/8 Thrl
Geändert nach Druckbogen 1940; ZH: Thlr
118/10 Thrl
Geändert nach Druckbogen 1940; ZH: Thlr
119/4 Wolfii
Geändert nach Druckbogen 1940; ZH: Wolfi
120/15 Narrheit.
Geändert nach Druckbogen 1940; ZH: Narrheit
121/14 aus;
Geändert nach Druckbogen 1940; ZH: aus: